💤 Zurück zur natürlichen Zeit – Warum die Uhr nicht über unseren Körper bestimmen sollte
Von einer Tochter eines Bäckermeisters – und ihrem inneren Widerstand gegen die Zeitumstellung
Zweimal im Jahr ist es soweit: Die Uhr wird umgestellt – und plötzlich fehlt uns entweder eine Stunde Schlaf oder wir dürfen eine „geschenkte“ Stunde genießen. Klingt harmlos? Ist es aber nicht. Denn was sich wie eine Kleinigkeit anfühlt, bringt unseren Körper ganz schön durcheinander.
Ich weiß das, weil ich’s als Kind am eigenen Leib erfahren habe. Mein Vater war Bäckermeister. Und das hieß: Die Nacht war früh zu Ende. Um 2 Uhr morgens ging’s in die Backstube – da war nix mit Ausschlafen. Und wenn dann die Zeitumstellung im März kam, hat das unseren Familienrhythmus richtig durcheinandergebracht. Eine Stunde weniger Schlaf, ein früherer Arbeitsbeginn – und eine ganze Familie, die sich anpassen musste.
„Mitgehangen – mitgefangen“, hieß es. Also: eine Stunde früher ins Bett. Ob ich als Kind begeistert war? Nicht wirklich. Aber heute kann ich nur sagen: Mein Vater hatte recht.
🌱 Unser Körper tickt nach Licht – nicht nach Zahlen
Was wir oft vergessen: Unser Körper folgt einem natürlichen Takt – dem sogenannten zirkadianen Rhythmus. Dieser steuert unsere innere Uhr, unseren Schlaf-Wach-Zyklus, unsere Konzentration, Verdauung, Hormonausschüttung – und sogar unsere Stimmung.
Das Licht spielt dabei eine zentrale Rolle. Wird es morgens hell, schüttet unser Körper Cortisol aus – das macht uns wach und aktiv. Wird es abends dunkel, steigt der Melatonin-Spiegel, und wir werden müde. Dieser Rhythmus ist fein abgestimmt – und leider komplett unbeeindruckt von der politischen Entscheidung, ob es nun 2 oder 3 Uhr ist.
Die Zeitumstellung reißt uns aus diesem Rhythmus. Und je älter wir werden, desto schwerer fällt uns die Anpassung. Studien zeigen: Direkt nach der Umstellung im Frühling häufen sich Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und sogar Herz-Kreislauf-Beschwerden. Kinder sind unruhiger, Ältere erschöpfter, und viele Menschen brauchen mehrere Tage oder sogar Wochen, um sich wieder „einzupendeln“.
🧠Was zwei spanische Wissenschaftler jetzt vorschlagen – und warum ich es genial finde:
Vor kurzem bin ich auf einen spannenden Vorschlag zweier spanischer Forscher gestoßen (leider habe ich keine direkten Links, aber vielleicht findet ihr selbst etwas – es lohnt sich!):
Sie schlagen vor, die Zeitumstellung an den natürlichen Lichtverlauf anzupassen – statt stur am letzten Sonntag im März und Oktober zu kleben.
👉 Im Frühjahr sollte die Umstellung etwas später stattfinden – dann, wenn es wirklich früher hell wird, und wir nicht mehr im Dunkeln aufstehen müssen.
👉 Im Herbst hingegen wäre eine frühere Rückkehr zur Winterzeit sinnvoll – weil die Tage bereits deutlich kürzer werden, und wir so mehr Tageslicht im Alltag hätten.
Ein einfacher Gedanke – mit großer Wirkung: Wir würden unserem Körper wieder zuhören, statt gegen ihn zu arbeiten. Unser Biorhythmus könnte sich sanfter anpassen, Schlafprobleme würden reduziert, und der „Mini-Jetlag“, den viele empfinden, wäre weniger heftig.
🙋‍♀️ Aber ist das wirklich so schlimm – eine Stunde?
Ja. Vor allem für Menschen, die auf einen stabilen Tagesrhythmus angewiesen sind: Schichtarbeiter, Kinder, ältere Menschen, chronisch Kranke oder eben… Bäcker.
Aber auch für alle anderen lohnt es sich, genauer hinzuspüren. Denn viele von uns haben schlicht verlernt, auf den eigenen Körper zu hören.
Statt müde zu sein, „funktionieren“ wir. Statt früh schlafen zu gehen, pushen wir uns mit Koffein oder Scrollen durch Social Media.
Der Biorhythmus? Verkümmert unter Terminen, To-do-Listen und künstlichem Licht. Kein Wunder also, dass die Zeitumstellung jedes Mal wie ein kleiner Schock wirkt – wir sind einfach raus aus dem Takt.
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🌞 Mein Wunsch: Mehr Natürlichkeit, mehr Achtsamkeit, mehr Licht
Ich plädiere nicht zwingend dafür, die Sommerzeit komplett abzuschaffen – obwohl es auch dafür gute Argumente gäbe. Aber ich wünsche mir:
🕰️ Ein Nachdenken darüber, ob der aktuelle Rhythmus noch zeitgemäß ist.
🌱 Eine Rückbesinnung auf das, was unser Körper wirklich braucht.
💬 Einen offenen Diskurs, der nicht nur wirtschaftliche Argumente zählt, sondern auch Gesundheit und Lebensqualität.
Und vielleicht… ein bisschen mehr Mut, Dinge zu hinterfragen, die wir „schon immer so gemacht“ haben.
đź’¬ Was meinst du?
Hast du auch Schwierigkeiten mit der Zeitumstellung? Spürst du sie körperlich – oder nimmst du sie eher beiläufig wahr?
Lass uns drüber reden – auf Social Media, im Freundeskreis oder am Frühstückstisch.
Denn vielleicht ist es an der Zeit, nicht nur die Uhren zu drehen – sondern auch unser Denken.
✨ Vielleicht ist es Zeit für Veränderung statt Stillstand. Für ein Leben im Rhythmus mit der Natur – nicht gegen sie.
Herzlich,
Deine ChristianeÂ